Die Visionssuche

Die Visionssuche ist ein kulturelles Element, dass bei verschiedenen Stämmen und Völkern rund um den Globus existiert. Sie unterscheidet sich in ihren Abläufen, jedoch ist das Prinzip immer dasselbe. Auch in der Bibel ist überliefert, dass Jesus zum Fasten für vierzig Tage in die Wüste gegangen ist. Diese Art der Innenschau und Suche nach Erkenntnissen kann als Visionssuche bezeichnet werden und ist somit auch in den Wurzeln des Christentums zu finden. Die Art der Visionssuche, die wir weitergeben, kommt von einer Lakota Sioux Familie, den Chipps, Nachfahren des Medizinmannes von Crazy Horse. Die Visionssuche ist eine Zeremonie, in der ein Mensch allein in die Natur geht um sich selbst und die Schöpfungskräfte zu treffen. Oft haben Menschen Fragen oder bestimmte Themen in ihrem Leben über die sie Klarheit bekommen wollen. Dazu wird ein Platz ausgewählt an dem die Person bis zu vier Nächte allein verbringt. In dieser Zeit wird sie auf Essen, Trinken und fast alle Dinge verzichten, die ihr vertraut sind.

Die Visionssuche ist eine transformierende Erfahrung und ein intensiver Weg, sich selbst kennen zu lernen. Auf dieser Reise bewegt man sich durch Persönlichkeitsschichten, die Menschen im Alltag durch die vielen Ablenkungen nur selten oder gar nicht berühren. Wenn sich eine Person entschlossen hat auf Visionssuche zu gehen, müssen viele Dinge vorbereitet werden. Die Vorbereitungen sind ein wichtiger Teil, wobei Fragen und Themen immer mehr Klarheit gewinnen und auf den Punkt gebracht werden. Je stärker der Fokus während der Vorbereitungen ist um so ergiebiger wird die Erfahrung der Visionssuche. Viele von den Vorbereitungen beziehen sich auf Gegenstände, die für den Altar benötigt werden. Dieser Altar umgibt einen Menschen bei der Visionssuche und konzentriert die Kraft um ihn herum. Es gibt auch Visionssuchen ohne Altar. Der Altar ist ein Tor zur Geisterwelt und ermöglicht in besonderer Weise einen Austausch und eine Kommunikation mit den unsichtbaren Kräften der Schöpfung. Das Lakota Wort für Visionssuche ist “Hemblecia“ was “für einen Traum weinen“ bedeutet. Genau das ist es was man tut, wenn man auf Visionssuche geht. Eine Person, die einen Traum, eine Antwort oder Klarheit sucht muss dieses Bedürfnis deutlich spüren. Die Gebete die von Herzen kommen werden erhört. Man bekommt Antworten auf seine Fragen und versteht Dinge auf eine tiefe Art und Weise. Oft spüren Menschen ein inneres Bedürfnis, Antworten oder Klarheit zu bekommen, bevor sie sich dazu entscheiden auf Visionssuche zu gehen. Zuerst mag diese innere Stimme leiser sein und mit der Zeit lauter werden. Jeder Mensch hat seine eigene Geschwindigkeit in diesem Prozess, denn ihm liegt ein natürliches Wachstum zugrunde. Das ist gut so!

Einladung

Wenn Jemand zu uns kommt um eine Visionssuche zu machen, wird er von uns durch den gesamten Prozess der Vorbereitungen, der Visionssuche selbst und der Nachbearbeitung begleitet. Eine Visionssuche kann entweder in Wieckenberg vor Ort geschehen oder in einem unserer organisierten Visionssuchecamps. Sie ist kalendarisch in der Zeit, in der die Laubbäume ihre Blätter tragen möglich, also etwa von April bis Oktober – nicht aber im Winter. Eine Visionssuche bedarf einer intensiven Vorbereitung, sodass wir dich bei Interesse um eine rechtzeitige Nachricht bitten.