Die Schwitzhütte

Die Schwitzhüttenzeremonie ist bei verschiedenen indigenen Stämmen zu finden. Der Gebrauch von heißem Wasserdampf als eine Form der Körperreinigung wird auch in anderen Kulturen rund um die Welt genutzt. Die Schwitzhütte ist zudem eine Zeremonie der Reinigung für Geist und Seele. 


Die Art und Weise wie wir die Schwitzhüttenzeremonie ausrichten stammt von den Lakota Sioux. In deren Sprache nennen sie die Schwitzhütte “Ini Kaga“ or “Inipi“ was “Leben schaffen“ oder “Leben im Inneren“ bedeutet. 

Zeremonie

Tobias Heinrichs zur Schwitzhütte

Das Konstrukt

Das Gerüst einer Schwitzhütte wird aus Weidenzweigen hergestellt, die gebogen und zusammengebunden werden. So entsteht eine kuppelförmige Konstruktion, die mit Stoff und Decken abgedeckt wird. Die Schwitzhütte wird niedrig gebaut, sodass sie auf allen Vieren betreten wird. 

Die Bedeutung

Das erinnert uns daran, diesen Raum in Demut zu betreten und unser Ego vor der Tür zu lassen, da es ein Platz des Gebets ist. Der erste Teil einer Schwitzhüttenzeremonie ist der Aufbau der Holzscheite für das Feuer.  Dabei werden Steine auf den Scheiten platziert. Mit den Steinen werden im Gebet die Kräfte aus den vier Himmelsrichtungen in die Schwitzhüttenzeremonie eingeladen. Dann wird das Feuer entzündet. Der Feuerhüter wird während der Zeit, in der das Feuer brennt an der Feuerstelle anwesend sein und sicher stellen, dass die Steine die gesamte Zeit mit Holz bedeckt sind. Das Feuer brennt so lange, bis die Steine glühen. Nun betreten die Menschen die Schwitzhütte. Wenn alle in der Schwitzhütte sind bringt der Feuerhüter die glühenden Steine an die Tür, wo sie von einem Helfer angenommen und in einer Kuhle im Zentrum in der Schwitzhütte platziert werden. Wenn sich alle Steine aus der Feuerstelle in der Kuhle befinden wird die Tür geschlossen. Jetzt ist nur noch das Licht der glühenden Steine zu sehen und die erste Runde beginnt. Nun betet die Person, die die Zeremonie leitet, zu den vier Himmelsrichtungen, dem Himmel und der Erde. Für jede Richtung giesst die Person Wasser auf die glühenden Steine. Sofort verwandelt sich das Wasser in Wasserdampf, der sich in der Schwitzhütte verteilt. Nach einer Weile sind alle Anwesenden von dem Dampf umgeben. Nun wird das erste Lied gesungen. Alles sind Lieder der Lakota und werden in deren Sprache gesungen. Es sind alte und traditionelle Lieder, die verschiedene Bedeutungen und Wirkungen auf die Zeremonie haben. Viele Menschen sagen, dass sie das Gefühl für Zeit und Raum in dieser Zeremonie verlieren. Eine Schwitzhüttenzeremonie besteht je nach Tradition aus drei bis vier Runden, zwischen denen die Tür geöffnet wird. Frische, kühle Luft strömt nun in die Schwitzhütte. Zwischen den Runden haben die Anwesenden die Gelegenheit Wasser zu trinken, das von der Person ausgeteilt wird, die die Zeremonie leitet. Nachdem die dritte Runde vorüber ist verlassen alle Anwesenden im Uhrzeigersinn die Schwitzhütte. Nachdem sich alle ausgeruht und abgekühlt haben beenden wir das Treffen mit einem gemeinsamen Essen.

(Es ist der Schöpfungsprozess, der in einer Schwitzhütte nachgestellt wird. Zu Beginn war es auf der Erde so heiß, dass kein Leben möglich war. Dann fiel Regen, Blitz und Donner zogen über den Himmel und die Erde kühlte sich ab. Eine Atmosphäre bildete sich, die Lebensbedingungen waren geschaffen und es entstand Leben auf der Erde. Zu dieser Zeit glühen die Steine nicht mehr und die Menschen verlassen die Schwitzhütte. Es ist eine reinigende und transformierende Erfahrung.)